Kunstturner vor schwieriger Auswärtsaufgabe

Der erste Auswärtstermin der Herbstrunde steht bei den Turnern der KTV Ries am heutigen Samstag in Heidelberg an. Gegen die KTG, zeitweise in der ersten Bundesliga vertreten, ist die Favoritenrolle schon an die Gastgeber vergeben, während die Rieser als Aufsteiger eher als Außenseiter gehandelt werden.

Während die Turner aus dem Ries am letzten Samstag noch bis zur letzten Übung um Sieg kämpften und sich einen offenen Schlagabtausch mit den Gästen aus Grünstadt lieferten, war in Begegnung mit Heidelberger Beteiligung schon relativ früh alles gelaufen. Mit einer 8:75 Niederlage ging der Wettkampf gegen den Titelfavorit TV Wetzgau deutlicher verloren als sich die Mannschaft von Trainer Christian Berberich das eigentlich vorgestellt hatte. Nichtsdestotrotz bleiben die Gastgeber für die heutige Begegnung der klare Favorit, sind in der Mannschaft doch etliche Turner vertreten die schon auf einige Einsätze in der 1. Bundesliga zurückblicken können. In den letzten zehn Jahren verbrachte das Team vom Neckar fast die Hälfte davon in der höchsten Turnliga Deutschlands. Mussten sie doch eine Saison in der zweiten Liga absolvieren, waren sie in den letzten Jahren hauptsächlich in der Nordstaffel unterwegs. Doch gerade zu Beginn der Nullerjahre hat sich die KTV das ein oder andere packende Duell mit der Mannschaft aus dem Heidelberger Turnzentrum geliefert. Meistens waren dabei die heutigen Gastgeber die glücklichen Sieger, woran sich nach den bisherigen Ergebnislisten auch heute nicht allzu viel ändern wird. Allerdings konnte man letzte Woche im Rieser Sportpark live mitverfolgen, dass nicht die bisherigen Ergebnisse entscheidend für den Wettkampf sind, sondern die gezeigten Leistungen. Und so will das Rieser Team auch heute dem Favoriten das Leben möglichst schwermachen. In erster Linie sind Gerätepunkte für die KTV wichtig, bringen diese das Team aus Nördlingen im Kampf um die Platzierungen in der unteren Tabellenhälfte in eine aussichtsreiche Position für den kommenden Ligaverlauf, wenn es gegen die direkten Tabellennachbarn geht. Aber natürlich wird die Taktik durchaus auch auf Risiko ausgelegt sein, da die junge Nördlinger Mannschaft mit einem guten Wettkampf auch Chancen auf den Sieg hat.

In Bestbesetzung kann die Mannschaft des Trainertrios Jürgen Wundel, Wolfgang Eichmeier und Roland Grimm an diesem Samstag nicht antreten. Die Verletzung von Philip Schmid wird seinen Einsatz nicht möglich machen, weshalb das Team entsprechend neu zusammengestellt werden muss. Wieder mit dabei ist die Verstärkung aus Russland, Ilya Kibartas. Seine hohen Ausgangswerte sollen der Mannschaft helfen, auch gegen vermeintlich deutlich stärkere Gegner noch Punkte zu holen. Auch Maurice Praetorius ist beim zweiten Wettkampf der Herbstrunde wieder mit von der Partie und kann ebenfalls an allen sechs Geräten eingesetzt werden, was für das Team durchaus wichtig ist. An fünf Geräten kann man auf das Rieser Nachwuchstalent, Arian Trieb, zählen. Er hat letzte Woche klar bewiesen, dass er auch in Rotterdam bestens trainieren kann und wird damit auch bei der heutigen Begegnung eine wichtige Stütze der Mannschaft sein wird. Als weiterer Mehrkämpfer steht Jakob Mayer der KTV zur Verfügung, kann er bei Bedarf an Boden, Pauschenpferd, Sprung und Reck eingesetzt werden. Ebenfalls für einen Mehrkampf mit vier Einsätzen ist Lukas Leonhardt bereit. Neben Boden und Pauschenpferd, steht er der Mannschaft auch am Barren und Reck als Option offen. Dieses Mal nicht in der Aufstellung ist Philip Schmid, welcher sich letzte Woche beim Wettkampf gegen die TSG Grünstadt eine Verletzung am Knie zuzog und daher an diesem Wochenende noch nicht wieder an seinen beiden Paradegeräten Boden und Sprung zum Einsatz kommen kann. Dafür ist Andreas Hofer wieder mit von der Partie und kann dabei direkt den Einsatz von Philip am Boden übernehmen. Aber ebenso steht er am Seitpferd und am Barren auf der Einsatzliste der Trainer. Dies tut auch der Mannschaftskapitän Thomas Radler, welcher zusätzlich noch am Reck zum Einsatz kommen wird, wo er in der Vorwoche als letzter Rieser Turner mit seiner ganzen Routine den Gegner nochmals richtig unter Druck setzen konnte. Ebenfalls ein Routinier am Reck und vor allem am Barren, ist Stefan Braun. An diesen beiden Geräten vertritt er die KTV seit Jahren in der Bundesliga und wird dies auch beim heutigen Wettkampf gegen die KTG wieder tun. Für Sven König ist wieder sein Einsatz an den Ringen und auch am Sprung vorgesehen. Daneben können die Trainer ihn aber auch am Boden und Pauschenpferd einplanen, wenn die Situation es erfordert. Und natürlich ist bei der heutigen Auswärtsaufgabe auch Roland Hagner wieder mit dabei um mit seinem Können und seiner Erfahrung die Mannschaft an seinem Paradegerät, den Ringen, zu unterstützen.
Auch wenn die Mannschaft im Vergleich zur vorigen Woche etwas umgestellt werden musste, reist doch ein starkes Team nach Heidelberg und kann dort mit Sicherheit um wichtige Gerätepunkte turnen. Und wer weiß, vielleicht kommt man in eine ähnliche Situation wie am letzten Wochenende und kann den Favoriten an den Rand der Niederlage bringen.