KTV-Turner machen Klassenerhalt klar

In einem sehr spannenden Wettkampf, behält das KTV-Team die Nerven und kann das KTTO mit 46:31 besiegen. Nach anfänglich gutem Start, können die Gäste die Begegnung nach der Pause fast drehen, bevor die Rieser am Schlussgerät, den Wettkampf zu ihren Gunsten entscheiden können. Der dritte Saisonsieg bedeutet auch den sicheren Verbleib in der zweiten Bundesliga.

Das erwartet spannende Duell gab es am Samstagabend im Rieser Sportpark, als die KTV Ries auf das KTT Oberhausen traf. Für die Gäste aus dem Ruhrgebiet ging es in diesem Wettkampf um viel, benötigten sie doch dringend ihren ersten Sieg um sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Die Rieser Turner waren in Bezug auf dieses Thema zwar schon aus dem Gröbsten raus, konnten sich aber mit diesem Sieg nun endgültig im Tabellenmittelfeld etablieren und damit auch die letzte kleine theoretische Chance ausmerzen. Beide Mannschaften traten hierzu in Bestbesetzung an und es war von Anfang an klar, dass sich an diesem Abend nichts geschenkt wird und um jeden Scorepunkt gekämpft wird.

In einer mit mehr als 500 Zuschauern gut besetzten Hermann-Keßler-Halle, durfte die Mannschaft des Trainertrios Jürgen Wundel, Roland Grimm und Wolfgang Eichmeier den Wettkampfabend am Boden eröffnen und tat dies direkt mit ihrem Nachwuchstalent Arian Trieb. Er erwischte einen guten Start am ersten Gerät und präsentierte eine saubere Übung. Dieser wusste der Gegner nichts zu erwidern und so ging gleich das erste Duell mit 3 Punkten an die Hausherren. Im zweiten Duell vertrat Jakob Mayer das Rieser Team, hatte aber leider einen Sturz zu verzeichnen, was der Gegner für einen ersten Punktegewinn zu nutzen wusste. Drei Zähler wechselten an die Oberhausener. Auch das dritte Duell ging mit weiteren drei Punkten zu Gunsten des KTTO aus. Lukas Leonhardt zeigte zwar eine sehr gute Kür am Stargerät, konnte aber vom Schwierigkeitsgrad nicht mit dem der ausländischen Gästeverstärkung mithalten, was den kurzzeitigen Führungswechsel gerechtfertigte. Kurzzeitig deswegen, hatte man mit Ilya Kibartas noch einen starken Turner für das letzte Duell auf der Hand. Da er seine Übung fehlerfrei durchbrachte, waren auch die vier Scorepunkte mehr als gerechtfertigt, welche das Kampfgericht ermittelte. Somit stand es 7:6 nach den ersten vier Duellen und es versprach das spannenden Duell zu werden, welches viele im Vorfeld erahnt hatten. Mit einem 7:4 konnte sich die KTV am Zittergerät, dem Pauschenpferd, etwas weiter von den Gästen absetzten, was auch daran lag, dass dieses Mal keiner einen Sturz zu verzeichnen hatte. Maurice Praetorius bestritt als erster sein Duell am zweiten Gerät und konnte dort mit einer sehr sauberen Übung ein Unentschieden gegen seinen Duellanten erwirken. Auch Ilya Kibartas zeigte eine sehr gute Leistung und brachte seinem Team damit drei weitere Scorepunkte ein. Vier abgeben musste dann Jakob Mayer, obwohl auch er keinen Fehler in seiner Übung hatte. Dieselbe Anzahl konnte aber Lukas Leonhardt direkt wieder zurückgewinnen, indem auch er auf dem Pferd oben blieb und damit die Führung wiederherstellte. Die Ringe fielen dann schon etwas deutlicher aus, als die ersten beiden Geräte. 11:3 stand es nach vier Turnern, wobei sich diese drei Punkte der Gegner schon im ersten Duell sichern konnte. Wieder einmal war Arian Trieb erster Rieser Starter und turnte gut durch seine Übung, sein Gegner konnte aber nochmals eine Schippe draufpacken und so musste dieses Duell verloren gegeben werden. Aber schon im zweiten Duell dann die Überraschung. Maurice Praetorius konnte der niederländischen Verstärkung der Oberhausener zwei Punkte abtrotzen und damit die Rieser in eine gute Position bringen. Ilya Kibartas erturnte an seinem Paradegerät, mit einer Übung auf Weltniveau, die erwarteten fünf Punkte und auch Roland Hagner zeigte eine sehr saubere Übung. Diese war dem Kampfgericht deutlich mehr wert, als die seines Gegners und so gab es weitere vier Punkte auf das Konto der KTV zum Ende der ersten Wettkampfhälfte. Mit einem etwas deutlicher als erwarteten 25:13 Vorsprung ging es in die Halbzeitpause und jedem war klar, dass wenn auch in der zweiten Wettkampfhälfte so konzentriert weitergeturnt werden würde, die Gäste aus dem Ruhrgebiet keine Chance auf den Wettkampfsieg haben.

Allerdings verlief am Sprung überhaupt nichts nach Plan. Drei Verturner waren deutlich zu viel und die Gegner konnten mit 11:3 das Gerät für sich entscheiden und den mühsam erturnten Vorsprung fast wieder egalisieren. Arian Trieb eröffnete nach der Pause und stürzte bei seiner Doppelschraube, was der Kontrahent zu einem Drei-Punkte-Gewinn verhalf. Dies konnte aber Maurice wieder ausgleichen, indem er sein Duell gewann und drei Zähler mitbrachte. Allerdings brachte auch Sven König seinen Sprung nicht in den Stand, was wiederum vier Scores für die Gegner bedeutete und auch Ilya Kibartas erlaubte sich bei seinem Sprung einen Sturz, was nochmals vier verlorene Zähler hieß. Mit 28:24 ging es an den Barren und die Spannung die nun in der Halle herrschte war fast zu greifen. Mit einer sehr sauberen Übung hielt Arian Trieb aber dem Druck stand und setzte die Gegner unter Zugzwang, welche auch direkt einen ihrer Topturner setzen mussten. Dieser konnte dann auch drei Scorepunkte gewinnen. Im zweiten Duell konterte die KTV mit Maurice, welcher direkt vier Punkte aus seinem Duell mitbringen konnte. Weiter fehlerfrei turnte auch der dritte Rieser, Stefan Braun, trotzdem gab es wieder drei Punkte für das gegnerische Team. Mit vier Punkten für die KTV endete dann das letzte Barrenduell an diesem Tag, bei dem Ilya Kibartas wieder eine sehr schöne Übung dem Kampfgericht und den Zuschauern präsentierte. 8:6 gewannen die Nördlinger Turner dieses Gerät und sorgten damit für einen Zwischenstand von 36:30 vor dem abschließenden Reckturnen.
Auch hier war die Anspannung noch groß, konnte doch noch alles an in diesen letzten vier Duellen passieren. Aber Arian Trieb zeigte sein ganzes Können und konnte gegen seinen Kontrahenten drei Punkte erturnen. Auch Maurice Praetorius erwischte eine sehr gute Übung. Sein Gegner war allerdings leicht besser und so wechselte der letzte Scorepunkt für diesen Tag aufs oberhausener Konto. Thomas Radler turnte wie immer souverän durch seine Übung, berührte dann allerdings beim Abgang mit den Knien die Matte. Trotzdem reichte seine Kür noch für weitere zwei Punkte. Den Abschluss machte dann Ilya Kibartas mit seiner schwierigen Kür und erzielte damit zum Abschluss des Abends nochmals fünf Scorepunkte zum Endstand von 46:31. Damit sicherte er sich zudem noch den Titel des Topscorers, gefolgt von Maurice. Mit diesem Sieg konnte das Team der KTV nun den Klassenerhalt endgültig fix machen und kann ganz entspannt in das wettkampffreie Wochenende gehen. Bevor es dann zum Saisonabschluss zuerst nach Koblenz geht und dann in heimischer Halle gegen den Titelfavorit TV Wetzgau mit ihrem Olympiahelden Andreas Toba.